Abklären

Sexualisierte Gewalt ist strafbar!

Das Jugendamt ist verpflichtet, Mädchen und Jungen vor (Sexual-) Straftaten zu schützen. Es besteht jedoch keine grundsätzliche Pflicht des Jugendamtes zur Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden.

Das Jugendamt hat zu prüfen, ob durch die Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden mit deren Maßnahmen dem Wohl des Kindes gedient ist. Es ist daher im Einzelfall gleichzeitig abzuwägen, welche Vor- und Nachteile ein Strafverfahren dem Kind bringt. Die Entscheidung kann nur nach genauer Überprüfung der konkreten Situation des Kindes getroffen werden.

Wird die Entscheidung für eine Strafanzeige getroffen oder durch Dritte Anzeige erstattet, muss im Interesse der betroffenen Mädchen oder Jungen folgendes gewährleistet sein:

Das Jugendamt unterbreitet in der Strafanzeige lediglich einen Sachverhalt.

Dieser wird von den Strafverfolgungsbehörden auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten geprüft.

Vorbereitung einer Zeugenaussage

Kommen Mitarbeiter/innen von Institutionen als Zeugen in Betracht, sollen diese darauf hingewiesen werden, dass diese ggf. eine Aussagegenehmigung ihres Arbeitgebers benötigen.

Um einen Beweismittelverlust bei kindlichen Zeugen zu vermeiden, muss die Strafanzeige im Jugendhilfeverfahren von Anfang an mit erwogen werden.